Die Geschichte der TT - Abteilung

Hier nun die Entwicklung der Abteilung , geschrieben von dem Sporthistoriker Matthias Schachtschneider

anlässlich des 50 - jährigen Bestehens der TT - Abteilung 2001:

1. Die Geschichte des Tischtennissports in Oldenburg

ist in der Chronik ausführlich beschrieben , die noch bei Peter Steckel erhältlich ist. An dieser Stelle wird aber auf die Darstellung und Entwicklung der anderen Vereine in Oldenburg verständlicher Weise verzichtet

2. Die Geschichte der Tischtennisabteilung der SG Schwarz - Weiß Oldenburg 1951 - 2001

Die Schwarz - Weißen sind das Aushängeschild des Oldenburger Tischtennissports. In der Weihnachtsausgabe 1986 des dts, dem amtlichen Organ des Deutschen Tischtennis - Bundes , ist u.a. zu lesen : " Schwarz Weiß Oldenburg hat im übrigen nicht nur die beste "Dritte" , sondern auch die beste "Vierte" und die beste "Fünfte" im gesamten Bezirk Weser - Ems und ist damit in der Breite einsame Spitze. So mancher Verein wäre froh, wenn ihm mit seiner "Ersten" endlich einmal der Aufstieg dahin gelänge, wo SG Oldenburg IV spielt : In der Bezirksliga! Verfolger sind hier Blau Weiß Borssum IV und TSG Burg Gretesch IV, die beide in der 1. Bezirksklasse ihre Rundenspiele bestreiten. Auf dieser Ebene ist auch SG Oldenburg V tätig, und zwischen Nordsee und Teutoburger Wald sind es nur noch zwei andere Fünftvertretungen, die oberhalb der Kreisebene an den Start gehen: TSG Burg Gretesch V und Eintracht Nordhorn V, beide - in verschiedenen Staffeln - in der 2. Bezirksklasse. "

Um der Chronistenpflicht Genüge zu tun , sein hinzugefügt, dass in der Spielzeit 1983/84 die 5. Mannschaft mit Werner Stolle, Klaus Poggel, Klaus Jutrowski, Hans Rieke , Hans Martin Leuschner und Fritz Pautzke sogar in der 1. Bezirksklasse spielte.

Auch in der Jubiläumsspielzeit 2000/01 kann die SG Schwarz - Weiß Oldenburg mit ihren 7 Herrrenteams in der Verbandsliga (SWO I und II ) , in der Bezirksliga (SWO III und IV) , in der 1. Bez. Klasse (SWO 5) , in der Kreisliga (SWO VI) und in der 3. Kreisklasse (SWO VII) eine Leistungsbreite aufweisen, wie sie im gesamten nordwestdeutschen Raum ihresgleichen sucht.

Die eindruckvolle Erfolgsstory dieser Abteilung setzte mit der Wiederbelebung der Eisenbahner Sportgemeinschaft im Jahre 1951 ein und dauert bis in die unmittelbare Gegenwart hinein an. In der Niederschrift über die von einigen Kollegen der Bundesbahn als "Neugründung" , von anderen als "Wiederbelebung" bzw. "Wiederaufnahme " des Sportbetriebes der ehemaligen Reichsbahn - Sportgemeinschaft bezeichneten "Hauptversammlung des Reichsbahn - Sportvereins Oldenburg " am 28. Juni 1951 in der Betriebsküche des Bundesbahnausbesserungswerkes an der Karlstraße in unter Punkt 7 zu lesen : " Aus den Mitgliederkreisen erfolgten noch verschiedene Anregungen für den Aufbau der einzelnen Abteilungen. Es wurde beschlossen , Fußball - Abteilungen, Faustball - Abteilungen und eine solche für Tisch- und Platztennis zu bilden.

Weiter ist für den Winterbetrieb vorerst eine Männer - und Damengymnastik - Abteilung vorgesehen. " Der 28 Juni 1951 ist demnach nicht nur der Tag der Wiederbelebung der Eisenbahner - Sportgemeinschaft, sondern auch der Gründungstag der Tischtennis - Abteilung. Der Wunsch , eine TT - Abteilung zu gründen , war nach einem Bericht von Herbert Krück aus dem Jahre 1955 vo9n Fräulein Pruschke , Werner Scheffner und Herbert Krück ausgegangen. Auf einer außerordentlichen Mitglieder - Hauptversammlung in der schon erwähnten Betriebsküche an der Karstraße am 23. August 1951 wurde Hertha Albeck als "Obmann" für Tischtennis in den Beirat des Vorstandes gewählt. Hertha Albeck war also die erste Vorsitzende der Tischtennis - Abteilung. Als sie noch im gleichen Jahr die Leitung der ebenfalls 1951 gegründeten Damengymnastik - Abteilung übernahm, wurde Ende 1951 Werner Scheffner ihr Nachfolger. Ihm folgte von 1952 - 1954 Hermann Bode. Mit Hertha Albeck , Werner Scheffner und Hermann Bode sind zugleich die Mitglieder genannt, die besonderen Anteil hatten am mühevollen Aufbau der Abteilung zu Beginn der 1950er Jahre.

Unmittelbar nach der Wiedergründung des Vereins wurde an zwei Tischen in einem Raum der Verkehrskontrolle im 2. Stock der Polizeikaserne ( später Standortverwaltung der Bundeswehr, heute Studentenwohnheim ), erreichbar nur über den Hof der Trainingsbetrieb aufgenommen. Schon im Oktober 1951 meldeten die Tischtennis spielenden Eisenbahnsportlerinnen und - sportler in der 2. Kreisklasse zwei Herrenmannschaften und ein Damenteam für die Punktspiele an. Die 1. Herrenmannschaft spielte mit Scheffner , Wittrock, Wagner und Olk und erreichte ohne Punktverlust den Staffelsieg und wurde wegen zu großer Überlegenheit auf Antrag für die Saison 1952/53 nicht in die 1. Kreisklasse, sondern gleich in die Bezirksliga eingestuft. Die 2. Herrenmannschaft errang mit Tuchlinski, Cziechowitz, dem langjährigen und verdienstvollen Geschäftsführer der Schwarz - Weißen , sowie Gerhard Scharnick und Herbert Krück , zwei äußerst engagierten Oldenburger TT - Pionieren der 1950er Jahre , einen 2. Platz. Die Damen mit Gerkens, Seidel, Pruschke und Smiatek, der ersten Vereinsmeisterin der Schwarz - Weißen , wurde in ihrer Staffel Dritte. Diese Erfolge fanden , so H. Krück in seinem Rückblick aus dem Jahre 1955, ihr Echo darin, dass die Abteilung einen enormen Zulauf an Spielern und Spielerinnen hatte. Für die Saison 1952/53 meldeten die Schwarz - Weißen bereits 10 Mannschaften - sechs Herren - und zwei Jugendmannschaften sowie zwei Damenteams. Die 1. Mannschaft erreichte in der Bezirksliga den 3. Platz und wurde dadurch zu den Bezirksmannschaftsmeisterschaften zugelassen, errang die Bezirksmannschaftsmeisterschaft und qualifizierte sich somit für die 2. Verbandsklasse. Mit den Erfolgen und dem Zulauf an Spielerinnen und Spielern stieg selbstverständlich auch der Raumbedarf ganz erheblich an. Auf den jungen Verein kam ein Problem zu, das trotz größter Anstrengungen der Abteilung und des Gesamtvereins bis in die Gegenwart nicht zur vollsten Zufriedenheit aller Spielerinnen und Spieler gelöst werden konnte.

Für die etablierten Oldenburger TT - Vereine und ihre Führungsspitze des TT - Bezirks war die SG Schwarz - Weiß Oldenburg Ende 1952 jedoch immer noch ein kleiner, wenig bekannter Verein, der sich anschickte, öffentlich beachtet zu werden. So schrieb Bezirksvorsitzender Günther Poel ( VFB Oldenburg ) in der DTTS vom 17. Oktober 1952 : " Überhaupt ist es erstaunlich, wie stark der Übungsbetrieb beispielsweise gerade in den kleineren und weniger bekannten Vereinen wie z.B. TSV Nord, Schwarz - Weiß Oldenburg ,Tvd Haarentor usw. zugenommen hat."

Am Ende der Spielzeit 1952/53 erreichte die 1. Mannschaft mit Raimund Dirks , Beckemeyer, Scheffner und Bendig nach VFB Oldenburg III und TuS Eversten mit 25:07 Punkten einen 3. Platz , stieg in die 2. Verbandsklasse Oldenburg / Ostfriesland auf und wurde in der Spielzeit 1953 / 54 mit 32:00 Punkten Staffelmeister, stieg in die 1. Verbandsliga West, Staffel B , auf und wurde aus dieser dritthöchsten deutschen Spielklasse in den folgenden nahezu 50 Jahren zwar nicht mehr "vertrieben" , wohl aber "unverschuldet" herabgestuft, weil nach der Einführung der Bundesliga bzw. der Regionalliga die Verbandsliga nicht mehr die dritt-, sondern die vierthöchste bundesdeutsche Tischtennis - Spielklasse darstellte. In den 1950 er Jahren ,als die Schwarz - Weißen sich anschickten , die Tischtennis - "Herrschaft" in Oldenburg zu "erobern", war noch der VFB Oldenburg, 1949 und 1950 mit der 1. Mannschaft zwar überraschenderweise, aber durchaus souverän Niedersachsenmeister , bis zur Saison 1954 /55 der Verein, der in der Oldenburger Tischtennisszene das Sagen hatte. Die VFB er erreichten von 1948/49 bis zur Spielzeit 1954/55 im bundesdeutschen Tischtennissport zumindest nominell einen Rang, den nie wieder eine Oldenburger Mannschaft erzielen konnte. Die Oberliga, in der der VFB 1948/49 , 1949/50 , 1950/51 und 1954/55 spielte , war - dem Ligasystem im Fußballvergleichbar - die seinerzeit höchste deutsche Spielklasse. Das spätere Mannschaften in der Landesliga, der vierthöchsten Spielklasse , im Hinblick auf Technik und Taktik des Tischtennisspiels stärker waren , ändert nichts an der historischen Entwicklung und damit auch der Bedeutung des VFB in den 1950 er Jahren. Die SG Schwarz - Weiß Oldenburg zog erstmals in der Saison 1955/56

mit den VFBern gleich und musste in der Spielzeit 1956/57 akzeptieren , dass TTC Gelb - Blau und sogar der DSC Oldenburg sich ebenfalls zu den Etablierten in der Oldenburger Tischtennisszene gesellten. 1958/59 rückte sogar der Turnverein Glück auf mit seiner schon 1949 gegründeten , in den 1950 er Jahren stark nach vorn gekommenen Mannschaft nach. 1964 - 1966 hatte der aus dem Verein TTC Blau - Gelb hervorgegangene TTC Postsport , u.a. mit Hans Martin Leuschner und Hans Rieke , die Position der 1. und 2. SWO - Mannschaft erreicht und spielte in der 1. Verbandsliga, der dritthöchsten bundesdeutschen Spielklasse. Seit 1966 / 67 ist Schwarz - Weiß nur noch 1972/73 , 1976/77 ,1977/78 und 1978/79 in der absoluten Vorrangstellung in Oldenburg "gestört" worden. In diesen Spielzeiten mischte jedoch der VFB Oldenburg in der 1. Verbandsliga, der nach der Einführung der Bundesliga im Jahr 1966/67 mittlerweile nur noch in der vierthöchsten deutschen Spielklasse ,mit. Von 1979/80 bis in die unmittelbare Gegenwart nimmt Schwarz - Weiß Oldenburg mit der 1. und in der Regel auch der 2... Mannschaft im Stadtkreis Oldenburg eine unangefochtene Spitzenstellung ein... Den 3. Rang "besetzt" gegenwärtig der Hundsmühler Turnverein ,gefolgt von Tura Oldenburg - Osternburg.

Hinter dieser nüchternen Aufzählung einer Erfolgsbilanz der SG Schwarz Weiß Oldenburg ist nicht erkennbar, mit welch erheblichen ehrenamtlichen Engagement bei der Schaffung der materiellen und finanziellen Ressourcen die Bilanz erzielt werden konnte , wie viel physische und psychische Kraft es gekostet hat, die organisatorischen Voraussetzungen zu schaffen und nach innen und außen Botschaften auszusenden, dass Schwarz - Weiß nicht nur eine erfolgreiche Tischtennis - Abteilung hat, sondern auch eine Gemeinschaft ist, in der zu spielen, zu wirken und sich wohl zu fühlen Freude macht. Nach Einschätzung derjenigen , die gegenwärtig für eine "gedeihliche Entwicklung" der Tischtennis - Abteilung verantwortlich sind, ist die positive Entwicklung der Abteilung zum einen auf die langjährige personelle Kontinuität vieler Vereinsmitglieder, zum anderen auf die intensive Jugendarbeit und auf die Spielstärke und Leistungsbreite der schwarz - weißen Tischtennisspieler zurückzuführen , die u.a. dazu geführt hat ,dass immer wieder auch Neuzugänge bei Schwarz - Weiß eine sportliche Herausforderung gesehen haben. In den folgenden Kapiteln werden diese Einschätzungen an der Realität zu prüfen sein. Es wird darüber hinaus aber auch zu fragen sein, unter welchen Rahmenbedingungen die erfolgreiche Entwicklung der schwarz - weißen Tischtennisabteilung überhaupt möglich war.